Gestern Nacht fand das Texas Derby zwischen den Houston Outlaws und Dallas Fuel statt. Das Ergebnis, ein 4:0 für Houston, war überraschend, viele hatten ein knapperes Spiel erwartet. Hier findet ihr eine Analyse zu dem Spiel!

Voraussetzungen

Beide Teams hatten ihre ersten beiden Spiele verloren, Dallas hatte allerdings die etwas stärkeren Gegner gehabt und besonders in ihrem ersten Spiel um einiges besser gewirkt. Houston hatte mit Philadelphia und New York zwar auch starke Gegner, trotzdem wurden sie etwas schwächer eingeschätzt, besonders, da sie ihren Coach erst seit zwei Wochen vor Ort hatten und deshalb mit ihrem Training im Rückstand waren.

Alles in allem hatte Dallas einen kleinen Vorteil und galt als Favorit, ein klares Spiel schien es aber nicht zu werden, zu nah waren beide Teams beieinander.

Map 1 – Junkertown

Das Duell um die Vorherrschaft in Texas startete auf Junkertown, auf dieser Map hatten sowohl Houston als auch Dallas gute Erfahrungen gemacht, beide Teams gewannen dort gegen deutlich favorisierte Teams. Für Dallas ging es aber nicht gut los, sie bekamen nicht einmal den ersten Punkt. Das hatte mehrere Gründe, einer war ihre Komposition und wie sie diese umsetzten: Sie spielten mit Orisa, Roadhog, Widowmaker, Hanzo, Bastion und Mercy. Diese Kombination war zwar schon in vorherigen Spielen erfolgreich, gegen Houston wurde sie jedoch falsch gespielt: Die Idee dahinter ist, dass man mit zwei Snipern aus zwei Seiten kommt und einer von beiden so immer eine freie Bahn hat, Dallas machte es allerdings anders. Hanzo und Widowmaker standen hintereinander, ein einfaches Orisa Schild nahm die beiden DPS von Dallas aus dem Spiel. Ohne diese beiden hatten sie keine Chance einen Kampf zu gewinnen, dazu kam LiNkzr im Gegnerteam: Er spielte überragen, ein Drittel seiner Schüsse waren Headshots. Dallas kam durch eigene Fehler und einen starken Gegner nicht weit, Houston hatte keine Probleme weiter zu pushen.

Eine weitere große Frage war die Spieler von Dallas: Warum spielte Mickie statt Taimou, obwohl dieser der klar bessere Roadhog Spieler ist und warum spielte Chipshajen Bastion, wenn man HarryHook hat, der ein besserer Bastion und ein gleich starker Mercy Spieler ist? Diese Fragen blieben unbeantwortet, die Idee dahinter unklar. Es kam nun zu einem weiteren Problem von Dallas, das sie selber angesprochen hatten: Nach dieser Map Niederlage redeten sie nicht, was sinnvoll wäre, um Fehler zu beseitigen, sondern sie schwiegen sich an, keine gute Atmosphäre für die zweite Map.

Map 2 – Horizon

Die zweite Map war Horizon. Dort hatte Dallas in der Vergangenheit starke Leistungen gezeigt und mit einer 4-Tank-Strategie überrascht, Houston war ebenfalls erfolgreich gewesen. Dallas spielte diesmal jedoch anders, sie versuchten es mit einer klassischen Dive Komp: Winston, D.Va, Genji, Tracer, Zenyatta, Mercy. Den ersten Punkt bekamen sie zwar nach einiger Zeit, am zweiten Punkt scheiterten sie dagegen. Das lag an zwei Punkten: An einem überragend verteidigendem Gegner und an fehlender Kommunikation. Das wurde besonders deutlich als der Analyst Reinforce einen Clip der Kommunikation von Dallas einspielen lies: Sie redeten durcheinander, callten unterschiedliche Dinge und Targets gleichzeitig und waren dadurch unkoordiniert. Ihn fehlte ein Anführer, jeder sagte etwas, sodass im Endeffekt jeder sein eigenes Ding machte und sie nicht als Team spielten.

So wurde es schwer, besonders, da Houston alles richtig machte: Ihre Supports standen an der richtigen Stelle und konnten nicht gedived werden, sie bekamen viele frühe Picks und die Tanks koordinierten perfekt miteinander. Es lag nicht nur an der Schwäche von Dallas, die Outlaws waren gedanklich immer einen Schritt schneller und machten alles richtig, so hatten sie keine Probleme den zweiten Punkt in ihrem Angriff zu bekommen.

Map 3 – Oasis

Die dritte Map, Oasis, war also schon die entscheidende, auf dem ersten Map Teil wurde eine klassische Dive Komposition auf der Seite von Houston und eine Roadhog/Orisa/McCree/Junkrat Deathball Komposition auf der Seite von Dallas gespielt. Dallas fing gut an und bekam den Punkt, sie warteten einfach ab und sobald einer der Houston Spieler zu nah am Team war, holten sie ihn mit ihrem hohen Nahkampf Schaden raus. Das ging allerdings nicht lange gut, beim zweiten Versuch von Houston machten diese es besser, divten zusammen und holten einen nach dem anderen raus. Dallas kam davon nicht mehr zurück, sie hatten eine langsame Komposition, mit dem sie nicht besonders gut den Punkt zurück bekommen konnten, nachdem sie den Punkt verloren hatten, hätten sie ihre Helden wechseln sollen. Sie taten es nicht und so hatten sie gegen das gut divende Houston keine Chance.

Auf dem zweiten Mapteil, dem Stadtzentrum von Oasis, probierte Dallas etwas zu ändern, Effect wechselte von McCree auf Tracer, Houston dagegen blieb bei ihrer Dive Komp. Dallas hatte den besseren Start wieder für sich, sie bekamen den Punkt als erstes, Houston schaffte es nicht Dallas zu diven, diese spielten kurzzeitig sehr gut zusammen. Danach nahmen die Dinge allerdings wieder ihren Lauf, Houston divte und Dallas kam nicht dagegen. Das lag unter anderem auch an den individuellen Leistungen: Während bei Houston alle gut drauf waren, besonders Jake, LiNkzr und Muma, gab es bei Dallas einige schwächelnde Spieler: Seagull war schwach auf dem Genji, Mickie traf mit Roadhog nur wenige seiner Hooks, Effect wurde effizient von Houston aus dem Spiel genommen. So ging auch die dritte Map an Houston, die die Deathball Comp von Dallas auseinander divten.

Map 4 – Eichenwalde

Die vierte und letzte Map war Eichenwalde, Dallas griff zuerst an und das direkt mit einem Ausrufezeichen: Taimou, der mittlerweile für Seagull in der Partie war, holte sich mit McCree direkt die Pharah-Mercy Kombination der Outlaws, sie bekamen den ersten Punkt in unter einer Minute. Danach pushten sie noch eine Weile weiter, erst dann wurden sie von Houston gestoppt, die eine ungewöhnliche Kombination an Helden spielten: Die Dive Tanks D.Va und Winston und Mercy und Zenyatta als Supporter waren noch gewöhnlich, als DPS sieht man Junkrat und McCree gemeinsam dagegen eher selten. Doch es klappte, nicht zuletzt aufgrund individueller Klasse konnten sie Dallas halten. LiNkzr zeigte mit vielen Headshots wie gut er ist, alle anderen Spieler von Houston waren ebenfalls auf einem hohen Niveau. Dallas kam nicht mehr weiter, sie wurden von Houston in der Mitte zwischen dem ersten und zweiten Checkpoint gehalten, die Outlaws pushten in ihrem Angriff problemlos weiter.

Eine Sache fiel wieder besonders auf: Das Zusammenspiel. Während Coolmatt als D.Va Spieler der Outlaws immer genau wusste, wo er stehen muss und wo seine Mitspieler waren, wirkte Mickie auf der Gegenseite oft alleine, die Absprachen von Dallas fehlten.

Fazit

Das Fazit des überraschend deutlichen Texas Derbys muss in zwei Hälften geteilt werden: Auf der einen Seite sind die Houston Outlaws, diese spielten sehr gut, sowohl individuell als auch als Team. Sie gingen gemeinsam auf ihre Gegner los, divten gemeinsam und hatten immer den gleichen Gegner in ihrem Fokus, so starben die Dallas Spieler in wenigen Sekunden. Man kann schwer einen Spieler hervorheben, durch die Bank weg überzeugten alle Spieler, anders als in den ersten beiden Spielen zeigte Houston sich als komplettes und gut aufgestelltes und gut kommunizierendes Team.

Auf der anderen Seite gibt es aber eben auch Dallas Fuel, mit hohen Erwartungen waren sie in die Saison gestartet, nach 3 Spielen stehen sie mit 3 Niederlagen und nur einer gewonnenen Map am Ende der Tabelle, ihr nächster Gegner, London Spitfire, wird es ihnen nicht einfacher machen. Sie hatten viele Probleme, sowohl individuelle als auch, viel wichtiger, als Team. Individuelle Klasse kann durch gutes Teamwork aufgefangen werden, fehlendes Teamwork allerdings nicht durch individuelle Klasse, wenn es gegen solche Gegner geht. Sie kommunizierten nicht gut miteinander, spielten nicht zusammen und machten alle ihr eigenes Ding, dazu gab es einige fragwürdige Entscheidungen des Coaches: Warum spielte Mickie statt Taimou, auch wenn sie auf zwei von drei Maps nur Roadhog spielten? Und warum sah man HarryHook nicht auf Junkertown? Das sind nur einige der wenige Fragen, die sie nun beantworten müssen, wichtiger ist allerdings die Kommunikation: Sie müssen dieses Problem lösen, wenn sie den Ansprüchen gerecht werden wollen. Es ist immer noch möglich, die Saison ist sehr lange, trotzdem müssen sie nun zeigen, dass sie wirklich das gute Team sind, für das sie jeder hält.

– Kampffrosch, 19.01.2018 –