Neben der Overwatch League und Overwatch Contenders gibt es fast keine Turniere mehr, viele Zuschauer verstehen das verständlicherweise nicht. Es gibt jedoch einen klaren Grund und Schuldigen, was das Problem ist und warum sich das auch so schnell nicht ändern wird, erfahrt ihr hier!

Das Problem

„Es könnte alles, so einfach sein – isses aber nicht“ – Was die Fantastischen Vier vor 10 Jahren schon richtig erkannt haben, stimmt heute immer noch. Grundsätzlich wollen alle Turniere: Sponsoren wollen sich zeigen, Organisatoren wollen Turniere ausrichten, Blizzard will Overwatch noch mehr Leuten bekannt machen und die Zuschauer wollen mehr Turniere sehen. Doch was ist dann das Problem?

Seit knapp einem Monat gibt es nun eine neue Overwatch Turnierverordnung, diese schränkt Turnierveranstalter extrem ein.  Zum Einen kann man nicht mehr jeden Sponsor nehmen, und auch, wenn das bis zu einem gewissen Maß normal ist und man in keinem Spiel als Preis Glücksspiel, Alkohol oder Schusswaffen anbieten darf, gehen die Richtlinien gehen in Overwatch weit darüber hinaus. Man kann folgende Dinge nicht mehr als Gewinn anbieten und deren Hersteller nicht als Sponsor nehmen:

  • Kleidung, egal, ob eigener Merch oder T-Shirts eines Sponsors.
  • Computermonitore, Grafikkarten und Prozessoren
  • Spiele Keys
  • Produkte von Hersteller, die auch Monitore, Grafikkarten oder Prozessoren herstellen
  • Multinationale Verbrauchermarken oder Produkte und Dienste, die mit der Videospielindustrie in Verbindung stehen

Während die ersten drei Punkte nur nervig sind, schränken einen Punkt 4 und 5 extrem ein. Doch warum gibt es die Verordnung überhaupt? Das ist einfach, Blizzard hat Verträge mit Asus und Omen by HP geschlossen, ohne deren Zustimmung geht ab jetzt kein Sponsoren Deal mehr über den Tisch und die wollen nicht, dass Konkurrenten sich bewerben können. Man darf allerdings nicht nur keine Grafikkarten als Preis haben, sondern überhaupt keine Produkte von Marken, die eben auch Grafikkarten oder Monitore herstellen. Firmen wie MSI, Acer, Logitech und viele weitere fallen damit als Sponsor weg, die Auswahl wird bis auf Peripherie Firmen wie Roccat und Razer sehr klein.

Dank dem 5. Punkt sind dazu auch keine Marken möglich, die beispielsweise League Of Legends sponsorn, würde Razer nun beispielsweise dort einsteigen, würden sie für Overwatch nicht mehr in Frage kommen.

Die Folgen

Die Folgen sind jetzt schon zu erkennen und sie sind drastisch, besonders fällt das bei einem deutschen Turnier auf; TakeOver. Dieses Turnier fand nun schon zweimal im Frühjahr in der TakeTV Bar in Krefeld statt, mit 50.000€ Preisgeld war es ein wirklich großes Turnier. Ihre größten Sponsoren: Acer, Logitech und Intel, diese 3 dürfen nun nach der neuen Verordnung alle keine Sponsoren mehr sein. Ihnen fehlt also schlichtweg das Geld, sollten sie nicht unerwartet neue Sponsoren finden, die von der Verordnung nicht beschränkt werden, wird es das Turnier nicht wieder geben. Das ist nicht nur bei TakeOver so, auch andere Turniere wird es nicht mehr geben, dazu fehlt Veranstaltern ein Grund mit Overwatch Turnieren anzufangen.

Wir werden also außer der Overwatch League und Overwatch Contenders wenig bis gar keine Turnier sehen. Auf der einen Seite ist das für die Vollprofis sogar positiv, sie müssen nicht 10 Turniere in 10 Wochen spielen, sondern haben eine geordnete Saison und sichere Pausen. Das Negative ist aber, dass in der Off Season der Overwatch League, Anfang August bis Anfang Januar, keine Turniere geben wird, außerdem haben so nur Teams, die in Overwatch Contenders oder der Overwatch League eine Chance sich zu zeigen. Alle anderen Teams können nur trainieren und sich nicht zeigen, viele Organisationen werden deshalb ihr Team aufgeben, da sie keine Chance haben Preisgeld und Team Sponsoren zu gewinnen. Besonders die vielen kleinen Turniere werden darunter leiden, da sie keine Chance haben an Weltmarken wie Asus oder HP heranzukommen und so nur schwer einen Sponsor finden.

Wird sich das ändern?

Kurzform: Nein.

Längere Form: Vermutlich nicht, Blizzard profitiert davon. Sie haben mit Asus und HP vermutlich millionenschwere Verträge abgeschlossen, dadurch bekommen sie viel Geld. Durch Turniere von anderen verdienen sie wenig mit, ihnen schadet es also nicht. Ob das die richtige Idee ist, wird man erst in einigen Jahren sehen, bis dahin bleiben uns vermutlich nur die Overwatch League, Overwatch Contenders und der Overwatch World Cup. Overwatch eSport steht also eine gute Zeit bevor, der Wermutstropfen, dass es keine anderen Turniere gibt, ist trotzdem groß.

– Kampffrosch, 25.12.2017 –