Es gibt 3 koreanische Teams in der Overwatch League, es gibt allerdings nur eine koreanische Stadt. Das bringt einige Probleme mit sich, kann das auf Dauer wirklich klappen? Und wird es eher mehr oder weniger koreanische Teams in Zukunft geben? Das erfahrt ihr hier!

Nirgendwo sind die Spieler besser, nirgendwo gibt es stärkere Teams, nirgendwo gibt es eine bessere Organisation – Und trotzdem haben viele Overwatch League Fans etwas gegen Südkorea. Doch woran liegt das? Wirklich nur daran, dass die nicht-koreanischen Fans Europäer oder Nordamerikaner gewinnen sehen wollen? Nein, das ist es nicht. Auch wenn es ein Teil so sehen wird, die Meisten wollen, dass das beste Team gewinnt. Aber wo haben sie dann das Problem?

Koreanische Teams in westlichen Städten

Um das Hauptproblem zu erklären, muss man erst einmal das Prinzip der Overwatch League verstehen: Jedes Team repräsentiert eine Stadt, es gibt also beispielsweise das englische Team „London Spitfire“. An sich ist das ja auch super, die Menschen in England und in ganz Europa haben nun also ein Team, das sie anfeuern können, die Spieler kommen aus den zwei starken Teams GC Busan und Cloud 9 Kongdoo, sie sind einer der Hauptfavoriten in der Overwatch League, ein absolutes Top Team.

Es gibt dabei nur ein Problem: Keiner dieser Spieler kommt aus Europa, der Großteil spricht nicht ein einziges Wort Englisch. Es ist nämlich ein koreanisches Team, die Spieler heißen nun also nicht mehr Joel Coelman oder Robert Green, sondern Ji-hyuk Kim und Seung-hyun Sung. Einer der wichtigsten Aspekte der Overwatch League ist, dass jeder ein Team hat, mit dem er sich identifizieren und das er unterstützen kann. Nun sollen sich also die Europäer mit einem Team identifizieren, dessen Spieler ihre Sprache nicht sprechen und vermutlich noch nie näher als 5000 Kilometer an Europa dran waren. Das ist für viele schwer, mit anderen Worten: Unmöglich. Viele Menschen sind nun für andere Teams, die größte Fanbase hat das Londoner Team in Südkorea, die meisten Europäer sind dagegen für amerikanische Teams – Deren Spieler sprechen wenigstens ihre Sprache.

Koreanische Teams in westlichen Städten – Die Folge

Daraus entsteht aber weit mehr als nur ein unbeliebtes Londoner Team: Sowohl die Koreaner an sich, als auch weitere koreanische Teams, die in westlichen Städten spielen, werden unbeliebter. Dabei sind für die meisten nicht die Koreaner an sich das Problem: Das Problem für viele ist, dass sie den Europäern ihre „Plätze weg nehmen“. Nach der Enthüllung des Londoner Teams gab es viele böse Stimmen gegen dem Besitzer des Spots, Cloud 9. Viele hielten die Entscheidung für vollkommen falsch, sie hätten lieber Engländer spielen sehen, diese bewiesen mit einem 5. Platz im World Cup, dass sie ebenfalls viel Potential haben. Warum also diese Koreaner? Warum nicht die starken heimischen Spieler? Und, wenn eh die Koreaner spielen, warum sind die Teams dann überhaupt Städten zugeteilt, dann kann man das Ganze ja gleich lassen, so die Meinung von vielen.

So einfach ist das Ganze aber nicht: Die Koreaner sind stark, um einiges besser als die englischen Spieler. Man kann also Cloud 9 keinen Vorwurf machen, für sie war es das Sinnvollste, wenn sie gewinnen wollen. Man könnte ihnen höchstens vorwerfen, dass sie dann lieber eine koreanische Stadt hätten kaufen sollen und nicht London. Blizzard, dem Veranstalter der Overwatch League, kann man ebenfalls nichts vorwerfen, sobald der Spot verkauft ist haben sie keinen Einfluss mehr.

Warum beschweren sich aber trotzdem so viele? Neben den oben genannten Gründen, gibt es noch einige mehr. Zum Einen ist es so so, dass viele Zuschauer sich Region Locks gewünscht haben, sodass ein amerikanisches Team maximal 3 nicht Amerikaner hat, jedes europäische Team nur maximal 3 nicht Europäer usw. Dass das zu sehr vielen und sehr komplizierten Problemen geführt hätte (beispielsweise würde es eines der erfolgreichsten Teams überhaupt, Dallas Fuel überhaupt nicht mehr geben) ignorieren die Gegner von offenen Teams oft. Dazu lief es für Europa sehr ungünstig: Zum Einen bekamen sie nur eine Stadt, zum Anderen ist diese nun also nicht mal „richtig“ europäisch. Viele sind dadurch nun einfach enttäuscht und deshalb allgemein gegen Koreaner.

Die Lösung des Problems

Die einzige Lösung des Problems wäre, dass man europäischen und amerikanischen Teams nicht mehr erlaubt koreanische Teams unter Vertrag zu nehmen. Dass würde allerdings so viele weitere Probleme verursachen, dass Blizzard es zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit niemals machen wird, der Großteil der Fans ist ebenfalls dagegen.
Was also machen? Einfach hinnehmen, dass die Koreaner jetzt da sind und vermutlich so schnell nicht wieder weg sind? Das ist vermutlich die beste Lösung.Es wird in den weiteren Seasons immer mehr Teams geben, man kann also erwarten, dass es auch mehr europäische Teams gibt. Je mehr europäische Teams es gibt, desto mehr Leute werden es irgendwann ignorieren und sich daran gewöhnen, da sie ja die anderen Teams haben. Es wird in den weiteren Seasons immer mehr Teams geben, man kann also erwarten.

Die Zukunft der Koreaner – Fazit

Viele Fans hoffen momentan, dass es in Zukunft weniger Koreaner gibt, das ist allerdings nicht zu erwarten. In Südkorea gibt es noch einige Teams, die auf dem Niveau der Overwatch League Teams spielen, viele jetzige Overwatch League Teams, bei denen es nicht läuft, werden sich von dort Verstärkung holen, dazu ist es zu erwarten, dass auch einige weitere koreanische Teams komplett in den zukünftigen Seasons der Overwatch League sein werden. Die Fans werden sich auf Dauer daran gewöhnen, das Niveau wird dadurch steigen – Es ist also alles gut. In einigen Jahren wird jeder ein Team haben, das er anfeuern kann, auch in Europa wird es Teams mit westlichen Spielern geben. Man sollte immer daran denken, dass auch in der deutschen Fußball Bundesliga nur etwa 50% der Spieler deutsch sind, es ist also ganz normal.